Yoga hat seinen Ursyprung in der indischen Kultur, dennoch sind seine Inhalte universell. Er stellt einen über viele Jahrhunderte gewachsenen Schatz von Erfahrungen, Übungen, Erklärungsmodellen und Handlunsganweisungen dar. Zugrunde liegt ein fundamentales Interesse an den Ursachen und Bedingungen von Schmerz und Leid und den Wegen und Mitteln zu mehr Zufriedenheit und Freiheit.

Eine der zentralen Erkenntnisse, ein zufriedenes, freieres Leben ist machbar! Dafür braucht es allerdings die Bereitschaft zu üben und Methoden. Der Yoga versteht den Menschen nicht getrennt als Körper, Atem und Geist - sondern als ein Ganzes daraus! Aus der Verbindung dieser drei Ebenen entwickelt er nachvollziehbare Konzepte in überprüfbaren Schritten. Dabei geht es um so „einfache“ Dinge wie Körperübungen (Asana), den Atem (Pranayama), um sich abwechselnde Phasen von Spannung und Entspannung, die Ausrichtung des Geistes (Meditation) und das Yoga Sutra als philosophisch/ethische Grundlage und Erklärungsmodell.
Vor etwa 2000 Jahren wurde Yoga erstmalig umfassend in einem Leitfaden mit 195 kurzen Versen (shloka) beschrieben - das Yoga Sutra des Patañjali. Unklar ist, ob es sich bei Patañjali tatsächlich um eine historische Persönlichkeit handelt oder verschiedene Autoren unter dem Namen zusammengefasst wurden.

Der Heute oft verwendete Begriff Hatha Yoga hat in einer anderen Quellschrift, der Hatha Yoga Pradipika (um 1500 n.Chr. entstanden), seinen Ursprung und beschreibt einen eher körperorientierten Yoga. Beide Texte haben viele Gemeinsamkeiten und stellen die wohl bedeutendsten historischen Schriften des Yoga dar. Patañjali verzichtete allerdings weitgehend auf die Beschreibung eher zweifelhafter Ziele und den damit verbundenen Techniken, wie z.B. die Erlangung von ewiger Jugend. Diese und andere, zum Teil exotisch anmutende Anleitungen, wie zur mechanischen Reinigung des Körpers, werden dagegen ausführlich in der zeitlich viel späteren Hatha Yoga Pradipika beschrieben. Heute können viele dieser Unterweisungen einem kritischen Blick nicht mehr standhalten. Auch dies findet Berücksichtigung im VINIYOGA.
Die westliche Welt hat in der kurzen Zeit der letzten 300 Jahre phänomenale Entdeckungen gemacht. Daran waren nicht nur einige wenige bedeutende Persönlichkeiten beteiligt, die geistige Ausrichtung einer ganzen Gesellschaft in Richtung Wissenschaft war dafür erforderlich. In ähnlicher Weise wurde die Geschichte und Kultur Indiens über Jahrtausende von einer anderen geistigen Ausrichtung geprägt - ihr Blick galt der Innenwelt des Menschen. Auf diesem "Nährboden" entwickelte sich Yoga.